Rede von Maria Feckl auf der Veranstaltung am 22. Januar 2020

Energiekonzepte der Zukunft – was kann ich tun?

SZ: Forstern – “Die Veränderung beginnt in den Dörfern” || Erdinger Anzeiger – „Grüne Ideen für die Energiewende“

Herzlich willkommen zu unserem Abend „Energiekonzepte der Zukunft“ Herzlich willkommen liebe Interessierte aus Forstern und Pastetten. ein herzliches Willkommen allen, die sich für das Thema Energie und neue Energiekonzepte interessieren Ganz herzlich willkommen – Ludwig Hartmann – aus dem Bayerischen Landtag

Ich wünsche uns allen einen spannenden Abend. Vielleicht entwickelt sich die eine oder andere Idee und gründen wir eine BürgerEnergieGenossenschaft oder ein Gemeinde-Werk Forstern-Pastetten als lokales EVU oder einfach einen EnergieStammtisch. Wer weiß?

Zum Einstieg möchte ich eine kleine Abstimmung mit Ihnen machen. Ich werde Ihnen 5 Punkte aufzählen (insgesamt 32) und ich würde mich freuen, wenn Sie bei diesem kleinen Spiel mitmachen und raten, woraus ich diese Punkte geklaut habe. Im Anschluss werde ich Ihnen drei Möglichkeiten nennen und Sie stimmen ab.

Nun nenne ich Ihnen die 5 Punkt:

  1. Wir fördern Nahwärmeverbünde
  2. Wir führen Energiemanagement für gemeindliche Gebäude ein
  3. Wir installieren Klimaschutzmanager*in
  4. Wir werden Bürgerinnen und Bürger bei der Energie beteiligen
  5. Wir wollen Photovoltaik ausbauen und Energiespeicher nutzen

Sie haben die Wahl aus 3 Möglichkeiten

  1. Klimapaket der Bundesregierung?
  2. Maßnahmenpaket der Winterklausur der Bayerischen GRÜNEN
  3. Wahlprogramm der GRÜNEN in Forstern?

Es ist das
➜ Integrierte Klimaschutzkonzeptes der Gemeinden Forstern und Pastetten aus dem Jahr 2013

Forstern und Pastetten hat zusammen mit Buch am Buchrain, Finsing, Isen, St. Wolfgang und Walpertskirchen dieses Klimaschutzkonzept erstellen lassen. Grundlage waren die Daten aus 2011

  • eine ausführliche Analyse der Energiesituation vor Ort.
  • Betrachtungen zu Energieeinsparung
  • Betrachtungen zum Ausbau Erneuerbarer Energien und man höre und staune
  • das Ziel die Kommunen bis 2030 klimaneutral und energieautark zu entwickeln und es enthält einen ausführlichen Maßnahmenkatalog.

Man hätte mit den beschriebenen Maßnahmen ca. 30% des Energieverbrauchs einsparen lassen -> ohne Komfortverlust und ohne wirtschaftliche Nachteile

Umgesetzt aus diesem Konzept wurde in Forstern nur die Umstellung der Beleuchtungsmittel auf LED – Gebäude und Straßenbeleuchtung.

Der Rest – das Ziel, die Ideen und Maßnahmen – sind in einer Schublade verschwunden – und wertvolle Jahre blieben ungenutzt.

In Australien sehen wir Wälder brennen und tausende Tiere sterben

Wir erleben Hitze, Dürre, Starkregen – sterbende Bäume und Ernteausfälle. Nicht irgendwo – nicht nur in Australien – nein – hier bei uns in Bayern.

Vor 7 Jahren hätten diese Maßnahmen dringend umgesetzt werden müssen. Denn heute sind wir bereits einen Schritt weiter

heute müssen wir uns nicht über den Klimaschutz Gedanken machen – heute müssen wir uns zusätzlich über Klimaanpassungen Gedanken machen.

Sie können sich sicher noch an das Jahrhunderthochwasser 2013 erinnern? In Forstern, Hohenlinden und Pastetten waren die Straßen überschwemmt und die Keller sind voll Wasser gelaufen.

Es wird kein Jahrhundert-Hochwaser bleiben!

  • Wir sollten dringend unser Hochwasserschutz naturnah umsetzen
  • den Dorfplatz sollten wir nicht zupflastern sondern mit Büschen und Bäumen dafür sorgen, dass sich im Sommer der Dorfplatz nicht so extrem aufheizt.

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Bürgerinnen und Bürger,

  • Wenn wir den Klimawandel stoppen wollen – müssen wir es jetzt tun und wir müssen es hier bei uns in Forstern und Pastetten tun.
  • Unsere Kinder müssen es uns wert sein. Genau deshalb stehe ich heute hier.

 Ich trete an für Klimaschutz und die Energiewende in Forstern.

Mein Name ist Maria Feckl

  • ich bin 55 Jahre alt
  • und habe 4 wunderbare, fast erwachsene Kinder.

23 Jahre war ich als Betriebswirtin für die kaufmännische Leitung der Peter Feckl Maschinenbau GmbH verantwortlich. Zusammen mit Peter Feckl habe ich das Unternehmen von ehemals 15 Mitarbeitern auf 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgebaut. Dazu gehörte die ständige Erweiterung der Produktionshallen am Standort Gewerbering 14 und später am jetzigen Standort Am Steinfeld.

Wir haben uns Gedanken gemacht, wie lässt sich die Abwärme der Produktionsmaschinen weiter nutzen. Für einen Betriebszweig wurde eine Klimaanlage unter Nutzung des Grundwassers installiert.

Mit diesem Knowhow stelle ich mich als grüne Betriebswirtin zur Wahl – zur Wahl zur 1. Bürgermeisterin der Gemeinde Forstern.

Alles, was wir gemeinsam verändern möchten, was Forstern gut tut, muss auch bezahlbar sein. Ich bin überzeugt, wenn wir uns trauen, bestehende Synergien klug zu nutzten – gewinnen wir alle eine Gemeinde, in der es sich richtig gut leben lässt.

Heute und morgen.

Gerade beim Thema Energie, ob Strom, Wärme oder Mobilität, kommt es darauf an,

➜ dass wir über unseren eigenen Tellerrand schauen,
➜ unser eigenes Haus hinaus-denken.

So werden wir kostensparende und umweltverträgliche Lösungen finden. Und wenn wir versuchen die Energieversorgung regional zu lösen, gewinnen wir ebenso an Versorgungssicherheit.

Energiekonzepte der Zukunft – Was kann ich tun?

Wie können wir

  • Strom gewinnen
  • Wärme erzeugen oder den
  • Verkehr nachhaltig gestalten?

Über 50 % des Energieverbrauchs fallen bei uns im Bereich Verkehr – Mobilität an. Dies ist ein wesentlich höherer Anteil als im Deutschen Bundes-Durchschnitt, weil wir eine typisch ländliche Region sind.

Welche Potentiale für den Ausbau Erneuerbarer Energien gibt es bei uns in Forstern und Pastetten?

  1. Wir können die Sonnenenergie direkt nutzen ?
  • Das Kinderhaus in Karlsdorf wird nun als erstes gemeindliche Gebäude mit einer Solaranalge auf dem Dach ausgestattet – Bürgersolaranlage oder in Händen der Gemeinde ist noch nicht entschieden.
  • das Dach des neu gebauten Feuerwehrgerätehauses blieb leider ungenutzt.
  • sowohl auf kommunalen als auch privaten Dächern ist noch viel – viel Platz für Solarthermie oder Photovoltaik
  • Hinsichtlich Freiflächenanlagen wäre die Nutzung von Konversionsflächen wie unserer Kiesgruben zu überlegen. Für Pastetten ist zu überlegen, ob Anlagen entlang der A94 interessant sind. Besonders – sollte es zu Nachrüstungen von Lärmschutzwänden und Lärmschutzwällen kommen, könnten diese mit PV Anlagen bestückt werden.
  1. Wie können wir unsere land- und forstwirtschaftliche Produkte die Biomasse für Energie nutzen?
  • In Forstern gibt es bereits 2 Biogasanalgenbetreiber. Welche Synergien sind hier möglich?
  1. Dann können wir die Wärme aus der Erde, Erdwärme nutzen
  • Oberflächen Geothermie
  • tiefe Geothermie wird weit kritischer gesehen, dennoch liegen wir in einem Gebiet, in dem es wirtschaftlich interessant ist tiefe Geothermie zu nutzen
  1. Windkraft
  2. Wasserkraft

 

Wir GRÜNEN in Forstern fordern und ich werde mich persönlich dafür einsetzen, dass Forstern

  • bis 2030 eine klimaneutrale Kommune wird
  • um dies zu erreichen brauchen wir einen Energie- und Klimaausschuss im Gemeinderat, Menschen, die dranbleiben
  • es braucht eine Person mit dem entsprechenden Knowhow und den zeitlichen Kapazitäten – eine*n Klimaschutzmanager*in
  • in Kooperation mit den Nachbar Gemeinden

Die Gemeinde kann nur unterstützen – informieren – beraten und auch als gutes Beispiel vorangehen.

Jedoch der Dreh- und Angelpunkt – klimaneutralen Gemeinde sind SIE – liebe Bürgerinnen und Bürger

  • als erster Schritt werden wir uns für eine kostenfreie Energieberatung

Wir GRÜNE wollen, dass die Kommunen zu Energiegewinnerinnen werden.

Ich trete an für Klimaschutz und die Energiewende in Forstern.

Lassen Sie uns gemeinsam Forstern klimaneutral machen mit Energie und Mut

DANKE